1. Aachener Solarcup 2010
In den letzten Tagen herrschte in unserer Metallwerkstatt der Schule emsiges Treiben bis weit über die normale Unterrichtszeit hinaus. Wir arbeiteten fieberhaft an der Fertigstellung unseres Renners. Einige technische Schwierigkeiten konnten wir am Donnerstag, 9.September noch in den Griff bekommen und am Freitag, dem 10.September morgens wurden die allerletzten Handgriffe geleistet. Unser Renner war fertig und drehte auf dem Schulhof der Stammschule seine ersten Runden mit Kevin als Testpilot.
Während dieser ersten Bewegungen musste die Holzverkleidung der Elektrik, die Herr Wintgens extra noch am Morgen gefertigt hatte, noch trocknen. In der fünften und sechsten Stunde fur dann noch der eine der eigentlichen Piloten Nico einige Proberunden, bevor wir für den Samstag den Renner in meinen Bulli verluden. Samstag war ja der große Tag und das gesamte Team hatte sich für Samstag morgen auf dem Gelände der STAWAG verabredet.
Zu Hause habe ich dann, um wirklich optimal gerüstet an den Start gehen zu können, die Accus noch einmal ganz vollgeladen, denn am Freitag war das Idealwetter von Samstag noch nicht zu ahnen.
Der Tag X
began mit einem traumhaften Sonnenaufgang und wie es der Wetterbericht versprochen hatte, kaum Wolken am Himmel. Meine Tochter Franziska, die mich begleiten wollte, Annika M. und ich starteten um 7:45 Uhr nach Aachen und waren pünktlich zum Einlass der Ersten am Haupttor der STAWAG, bezogen unsere uns zugewiesene Box und warteten auf die Möglichkeit der ersten Trainingsfahrt.
· Annika M ist eine Freundin meiner Tochter. Nicht alleine klein, leicht und sehr zierlich gebaut, sondern auch mutig und geschickt und früher auf Bobbycars ein wahrer Teufel, bringt sie als Pilotin psychisch und physisch die besten Eigenschaften mit. Sie war die erste Wahl des Teams für diese Funktion.
Um 10 Uhr war es dann so weit und Annika konnte an den (Trainings)Start rollen. Sie fuhr wie eine routinierte Fahrerin und meisterte alle Schwierigkeiten der Strecke in einer imposanten Geschwindigkeit.
Wir rechneten uns gute Chancen aus für das Rennen. Im Vorfeld hatten wir schon gehört, dass die zum Cup gemeldete Mannschaft der FöS Kennedypark nicht antreten würde, also würden wir schon einmal nicht Letzter werden können.
Jetzt fieberten alle nur noch dem Beginn entgegen. 12:30 Uhr sollte es losgehen.
Es war soweit. Um 12:45 Uhr wurden wir aufgerufen und sollten zum Start fahren - und gerade jetzt streikte der Wagen. Die Spannung der Batterien brach zusammen trotz einer Anzeige von "Voller Ladung" auf dem Laderegler.
Jetzt mussten wir den Fehler finden – vor Allem zeigte sich jetzt auch der Sportsgeist aller anderen Teams. Jeder versuchte sein Möglichstes, uns zu helfen. Sogar die STAWAG lieh uns jetzt Batterien, dass wir wenigstens eine Ehrenrunde fahren könnten. Nach einigen Minuten der Fehlersuche stand für alle fest, dass das Gaspedal des Fahrzeugs einen nicht zu reparierenden Schaden hatte. Dies gestand sogar der Lieferant der Einzelteile ein, so dass wir nur noch mit einem Schalter fahren konnten und auf das gewohnte dosierte Gasgeben verzichten mussten. Nico erwies sich hierbei als ein wirklich sportlicher junger Mann und fuhr die Runden des letzten Rennens mit einem Lächeln im Gesicht. Unser Rennauto fuhr jetzt auch leider nur noch mit halber Leistung, der Fehler der Elektrik bremste uns jetzt aus und Niko kam mit einer halben Runde Rückstand ins Ziel.
In der Gesamtwertung reichte dies jedoch leider mit 140 Punkten von möglichen 300 nur für einen fünften Platz.
Ich danke an dieser Stelle allen Teammitgliedern, die sich den ganzen Samstag über vorbildlich und sportlich verhalten haben, ihr wie auch mein Ziel war eine deutlich erkennbare positive Außendarstellung unserer Schule und das Ziel, am Rennen teilnehmen zu können. Ich danke der Firma Solitem, speziell Herrn Gunkel, für ihre Unterstützung bei der Vorbereitung und der Durchführung des Rennens. Vielen Dank auch an Annika, die ihre Enttäuschung auch verarbeiten musste, und herzlichen Dank auch den Technikern der übrigen Schulen für ihre sportliche und kameradschaftliche Hilfe im Augenblick der Not. Mein besonderer Respekt gilt Niko, der tapfer und lächelnd die letzte Runde durchgehalten hat und immerhin bis ins Ziel fuhr.
Meister U. Freihöfer
Hier kann das technische Konzept unseres Solar-Bobby-Cars eingesehen werden (als PDF).
